Augenringe abdecken: Welche Farbe, welche Konsistenz, und warum Concealer allein oft nicht reicht

Augenringe abdecken: Welche Farbe, welche Konsistenz, und warum Concealer allein oft nicht reicht

Augenringe gehören zu den häufigsten Make-up-Themen und werden gleichzeitig oft falsch angegangen. Viele greifen zu einem Concealer, der eine Nuance heller ist als der eigene Hautton, und wundern sich, warum das Ergebnis grau, cakey oder geisterhaft wirkt. Der Grund liegt oft nicht in der Haltbarkeit des Produkts, sondern in der Farbe: Die Verfärbung wird überdeckt, aber nicht neutralisiert.

1. Warum Augenringe unterschiedlich aussehen

Nicht alle Augenringe haben dieselbe Ursache. Die Dermatologie unterscheidet pigmentierte, vaskuläre und strukturelle Formen sowie Mischformen, und die meisten Menschen haben eine Kombination. Für das Make-up ist vor allem relevant, wie die Verfärbung aussieht:

  • Bläulich-violette Augenringe (meist vaskulär): Sie entstehen, wenn Blutgefäße durch die dünne Haut unter den Augen schimmern, oft zusammen mit leichter Schwellung. Hier hilft ein rosiger bis pfirsichfarbener Corrector. Bobbi Brown empfiehlt für diese Verfärbungen Bisque-Töne.
  • Bräunliche Augenringe (meist pigmentiert): Verantwortlich ist vermehrtes Melanin, etwa durch genetische Veranlagung oder nach Entzündungen. Für bräunlich-graue Verfärbungen empfiehlt die Marke Peach-Töne.
  • Schatten durch die Gesichtsform (strukturell): Tränenrinnen oder Volumenverlust werfen Schatten, die keine Farbe haben. Hier reicht oft ein Concealer, der den Bereich aufhellt. Make-up kann das kaschieren, aber nicht beheben.
  • Rötliche Verfärbungen: Sie können nach Reizungen oder Entzündungen entstehen. Make-up-Artists setzen bei Rötungen häufig einen grünen Corrector ein.

Der häufige Fehler: Der Corrector wird übersprungen und direkt ein heller Concealer aufgetragen. Auf bläulichen Augenringen kann das einen grauen oder violetten Ton ergeben, und die Haut wirkt müder als ohne Make-up.

2. Die richtige Konsistenz für unter den Augen

Die Haut um die Augen ist besonders dünn und reagiert empfindlich. Dicke, trockene Concealer-Formeln können sich in feine Linien setzen und diese betonen. Besser geeignet sind cremige bis flüssige Texturen mit einem feuchtigkeitsspendenden Anteil, die sich leicht einklopfen lassen.

✦ Der Redaktionstipp:
Bobbi Brown arbeitet mit einem System aus zwei Schritten: Zuerst der Corrector, der die Verfärbung neutralisiert, dann der Creamy Concealer, der direkt darüber aufgetragen wird. Mit einem Concealer gegen dunkle Augenringe aus dieser Kategorie lässt sich die Farbkorrektur an den eigenen Hautton anpassen. Die cremige Textur soll sich laut Marke leicht verblenden lassen, ohne sich in Fältchen zu setzen.

3. Die Applikation, die den Unterschied macht

  • Mit dem Ringfinger auftragen: Viele Make-up-Artists empfehlen ihn, weil man damit meist weniger Druck ausübt, und das ist bei der empfindlichen Augenpartie wichtig.
  • Punktuell auftragen und einklopfen: Kleine Punkte setzen und sanft einklopfen, statt zu reiben oder flächig zu verziehen.
  • Corrector zuerst, Concealer darüber: Den Corrector möglichst nah am Wimpernrand und im inneren Augenwinkel auftragen, dann den Concealer direkt darüber verblenden.
  • Puder sparsam einsetzen: Wer fixieren möchte, nimmt nur sehr feines, transluzentes Puder in kleiner Menge. Zu viel Puder unter den Augen kann trocken wirken und Linien betonen.

???? Was Augenringe verstärkt: Bläuliche, vaskuläre Augenringe wirken oft stärker bei Schlafmangel oder nach salzigem Essen, weil sich im Augenbereich Flüssigkeit staut. Bräunliche Augenringe sind häufig genetisch mitbedingt. Make-up kaschiert, behebt aber keine Ursachen: Treten Augenringe plötzlich, stark oder nur einseitig auf, lohnt sich ein Besuch bei der Hautärztin.

4. Warum Concealer allein oft nicht ausreicht

Concealer wird häufig als das Allheilmittel für Augenringe betrachtet, doch in vielen Fällen genügt er nicht, um ein wirklich natürliches und frisches Ergebnis zu erzielen. Das liegt vor allem daran, dass reine Abdeckprodukte häufig nur die oberflächliche Farbe überdecken, ohne die eigentliche Verfärbung auszugleichen oder den unterschiedlichen Hautbeschaffenheiten gerecht zu werden. Zudem kann ein falsch gewählter Concealer im Ton, in der Deckkraft oder in der Textur schnell dazu führen, dass die empfindliche Haut unter den Augen betont wird – sei es durch das Setzen in Fältchen, unangenehmes Austrocknen oder einen maskenhaften Effekt. Viele Expertinnen empfehlen deshalb das Zusammenspiel von Corrector und Concealer, um erst die farblichen Unterschiede sanft auszugleichen und anschließend mit einem gut auf den Hautton abgestimmten Concealer für eine ebenmäßige, strahlende Optik zu sorgen. Auch die Vorbereitung der Haut mit einer gut feuchtigkeitsspendenden Augenpflege spielt eine entscheidende Rolle, da sie die Haut geschmeidig hält und hilft, dass sich Make-up-Produkte optimal verteilen lassen. Kurzum: Concealer allein schenkt selten den gewünschten Effekt, wenn die genaue Ursache der Augenringe sowie die individuellen Bedürfnisse der Haut unter den Augen nicht berücksichtigt werden.